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Habe ich Klima-Angst?
Eco-Anxiety-Skala — wie sehr belastet dich die Klimakrise?
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🧩NeurodivergentWas ist Klima-Angst?
Klima-Angst — auch Eco-Anxiety oder Klimaangst genannt — ist die chronische Furcht vor Umweltkatastrophen. Die American Psychological Association definierte sie 2017 als "eine chronische Angst vor dem ökologischen Untergang" und erkannte sie als legitime psychologische Reaktion auf die Klimakrise an. Anders als klinische Angststörungen gilt Klima-Angst nicht als pathologisch: Sie ist eine rationale emotionale Reaktion auf eine reale und eskalierende Bedrohung. Die Frage ist nicht, ob die Sorge berechtigt ist, sondern ob sie funktional beeinträchtigend wird.
Wie verbreitet ist Klima-Angst?
Die wegweisende Studie von Hickman et al. (2021), veröffentlicht in The Lancet Planetary Health, befragte 10.000 junge Menschen in 10 Ländern mit erschütternden Ergebnissen:
- 84% machten sich mindestens mäßig Sorgen über den Klimawandel
- 59% waren sehr oder extrem besorgt
- 68% berichteten von Traurigkeit, Angst, Wut, Machtlosigkeit oder Schuld wegen des Klimawandels
- 45% sagten, Klimagefühle beeinträchtigten ihr tägliches Funktionieren negativ
- 39% zögerten, Kinder zu bekommen, aufgrund von Klimabedenken
Klima-Angst vs. Öko-Trauer
Forscher unterscheiden zwischen mehreren verwandten emotionalen Reaktionen auf Umweltzerstörung:
- Klima-Angst: Zukunftsgerichtete Furcht vor dem ökologischen Zusammenbruch
- Öko-Trauer (Solastalgie): Trauer um bereits verlorene Ökosysteme, Arten und Landschaften — geprägt von Glenn Albrecht (2005)
- Öko-Wut: Moralische Empörung gegenüber Institutionen, Konzernen und politischem Nicht-Handeln
- Öko-Lähmung: Sich so überwältigt fühlen, dass jede Handlung sinnlos erscheint
Wann Klima-Angst schädlich wird
Moderate Klima-Angst kann motivierend wirken — sie treibt nachhaltiges Verhalten, Aktivismus und Gemeinschaftsengagement an. Sie wird problematisch, wenn sie zu Schlafstörungen, chronischem Grübeln, sozialem Rückzug oder existenzieller Hoffnungslosigkeit führt, die das tägliche Funktionieren verhindert. Clayton & Karazsia (2020) entwickelten die Climate Change Anxiety Scale, um zwischen adaptiver Sorge und dysfunktionaler Angst zu unterscheiden.
Bewältigungsstrategien aus der Klimapsychologie
- Kollektives Handeln: Umweltgruppen beitreten reduziert Hilflosigkeit — Handlungsfähigkeit ist das Gegenmittel zur Öko-Lähmung
- Nachrichtengrenzen: Doomscrolling begrenzen und dennoch informiert genug bleiben, um zu handeln
- Sinnstiftung: Verbindung mit Natur, Gemeinschaft und Werten, die größer sind als der individuelle CO2-Fußabdruck
- Professionelle Unterstützung: Klimabewusste Therapeuten sind auf die Verarbeitung von Umwelttrauer spezialisiert
Drei Subskalen in diesem Quiz
- Klimasorgen (Fragen 1-3): Intensität und Häufigkeit ängstlicher Gedanken über den ökologischen Zusammenbruch
- Öko-Trauer (Fragen 4-7): Trauer, Wut, Hoffnungslosigkeit und existenzielle Fragen im Zusammenhang mit der Umwelt
- Funktionelle Auswirkung (Fragen 8-10): Wie sehr Klima-Angst Schlaf, Beziehungen und Alltag beeinflusst
Quellen: Hickman et al. (2021, Lancet Planetary Health), Clayton & Karazsia (2020, Climate Change Anxiety Scale), Albrecht (2005, Solastalgie), APA (2017, Klima und psychische Gesundheit).