📊 Bin ich normal?
⚖️

⚖️ Morality & Ethics

Wie gerechtigkeitsempfindlich bin ich?

Messe deine Empfindlichkeit für Ungerechtigkeit in 4 Perspektiven.

Bewerte wie sehr dich jeder Punkt stört: 1 (gar nicht) bis 5 (extrem).

1Es regt mich auf, wenn sich jemand vor mir in die Schlange drängelt.
2Ich werde wütend, wenn ich sehe, dass jemand unfair behandelt wird, auch wenn ich nicht beteiligt bin.
3Ich fühle mich schuldig, wenn ich von etwas profitiere, das andere benachteiligt.
4Ich fühle mich schlecht, wenn ich merke, dass ich jemanden unfair behandelt habe, auch unabsichtlich.
5Ich grüble über Situationen, in denen ich betrogen oder getäuscht wurde.
6Ich melde mich zu Wort oder greife ein, wenn ich Mobbing oder Diskriminierung beobachte.
7Es ist mir unangenehm, Privilegien zu nutzen, die andere nicht haben (Reichtum, Beziehungen).
8Ich entschuldige mich und versuche es wiedergutzumachen, wenn ich jemandem Unrecht getan habe.
9Einkommensungleichheit und systemische Ungerechtigkeit machen mich wütend.
10Ich grüble darüber, ob ich bei einer Transaktion oder Verhandlung meinen gerechten Anteil bekommen habe.

Die Gerechtigkeitssensibilitäts-Skala

Schmitt et al. (2010) identifizierten 4 Perspektiven auf Gerechtigkeit — du kannst je nach deiner Rolle in der Situation unterschiedlich empfindlich auf Ungerechtigkeit reagieren.

Die 4 Gerechtigkeitsperspektiven

  • Opfer (Items 1, 5, 10): Empfindlich, wenn DU ungerecht behandelt wirst. Hohe Werte = Anspruchsdenken-Risiko.
  • Beobachter (Items 2, 6, 9): Empfindlich, wenn ANDERE ungerecht behandelt werden. Hohe Werte = soziale Gerechtigkeitsorientierung.
  • Nutznießer (Items 3, 7): Schuldgefühle, wenn du von Ungerechtigkeit PROFITIERST. Hohe Werte = Überlebensschuld.
  • Täter (Items 4, 8): Schuldgefühle, wenn DU Ungerechtigkeit verursachst. Hohe Werte = starkes Gewissen.

Forschung

  • Beobachter- + Nutznießer- + Täter-Sensibilität sagt prosoziales Verhalten voraus
  • Opfer-Sensibilität allein sagt antisoziales Verhalten voraus (Gollwitzer et al. 2005)
  • Die Unterscheidung ist wichtig: nicht jede Gerechtigkeitssensibilität ist moralisch gleichwertig
  • Frauen erzielen im Durchschnitt höhere Werte in allen vier Perspektiven (Schmitt et al. 2010)

Quellen: Schmitt et al. (2010, JSS), Gollwitzer et al. (2005, victim sensitivity), Fetchenhauer & Huang (2004).