📊 Bin ich normal?
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🧩 Neurodivergent

Habe ich sensorische Verarbeitungsunterschiede?

Prüfe deine sensorische Verarbeitung in verschiedenen Bereichen.

Bewerte jede Aussage von 1 (fast nie) bis 5 (fast immer).

1Mich stören helle Lichter oder Neonbeleuchtung.
2Hintergrundgeräusche (Klimaanlage, Menschenmengen, tickende Uhren) lenken mich ab oder stören mich.
3Bestimmte Stoffe oder Texturen von Kleidung sind für mich unerträglich.
4Starke Gerüche (Parfüm, Essen, Reinigungsmittel) überfordern mich.
5Ich bin wählerisch beim Essen wegen der Textur, nicht nur wegen des Geschmacks.
6Ich fühle mich in geschäftigen Umgebungen überfordert (Einkaufszentren, Konzerte, Flughäfen).
7Unerwartete laute Geräusche lassen mich körperlich zusammenzucken oder stark erschrecken.
8Ich schneide Etiketten aus Kleidung, weil sie mich stören.
9Ich muss mich nach sinnesintensiven Erlebnissen an einen ruhigen, dunklen Ort zurückziehen.
10Ich bemerke Details in meiner Umgebung, die andere komplett übersehen.

Sensorische Verarbeitung verstehen

Sensorische Verarbeitungssensitivität beschreibt, wie intensiv dein Nervensystem Reize registriert und darauf reagiert. Das AASP (Adolescent/Adult Sensory Profile, Dunn 1999) misst dies über alle Sinne hinweg.

Die 4 sensorischen Verarbeitungsmuster (Dunn 1999)

  • Niedrige Registrierung: Übersieht sensorische Reize, braucht mehr Stimulation
  • Reizsuche: Sucht aktiv nach intensiven Sinneserfahrungen
  • Sensorische Empfindlichkeit: Nimmt mehr wahr, wird leicht von Reizen abgelenkt
  • Reizvermeidung: Meidet aktiv überwältigende Stimuli

Wichtige Fakten

  • 15-20% der Menschen haben eine erhöhte sensorische Verarbeitung (Aron 1996)
  • Sensorische Probleme sind ein Kern-Diagnosekriterium bei Autismus (DSM-5, 2013)
  • Auch häufig bei ADHS, Angststörungen, PTBS und Fibromyalgie
  • Sensorische Überflutung löst die Kampf-oder-Flucht-Reaktion aus — Zusammenbrüche sind Reaktionen des Nervensystems
  • Eine "sensorische Diät" — geplante sensorische Aktivitäten — ist eine evidenzbasierte Intervention

Quellen: Dunn (1999, AASP), Aron (1996), DSM-5, American Journal of Occupational Therapy.